Wenn Doula und Hebamme Hand in Hand begleiten
- Doula Malaika

- 9. März
- 3 Min. Lesezeit
Eine Hausgeburt mit Hebamme und Doula als Geburtsteam

Manchmal zeigt eine Geburt auf ganz natürliche Weise, wie kraftvoll Zusammenarbeit sein kann.
Die Hausgeburt von Baby R.L. am 31.07.2025 war nicht nur eine Reise voller Hingabe und Stärke, sie war auch ein lebendiges Beispiel dafür, wie wunderbar sich die Begleitung durch Doula und Hebamme ergänzen kann.
Der Raum entsteht
Schon Tage zu vor war ich mit der Mama in engen Kontakt. Nachdem am Morgen noch ein Vorsorgetermin bei ihrer Hebamme anstand sollte sich gegen Nachmittag die Dynamik verändern.
Am Abend des 30. Juli begann sich langsam der Geburtsraum zu öffnen. Gegen 20 Uhr machte ich mich auf den Weg zu der Gebärenden. Noch war Alltag spürbar, die große Schwester war wach, Gespräche wurden geführt, letzte Absprachen getroffen. Die Mama tigerte nervös auf und ab.
Als Doula war ich früh an der Seite der Gebärenden. Noch bevor die Geburt richtig Fahrt aufnahm, durfte ich den Raum halten: Ruhe hineinbringen, die Große ins Bett begleiten, eine Atmosphäre schaffen, in der Loslassen möglich wurde.

Das Licht wurde warm und rot, leise Musik erfüllte die Wohnung, die Fenster standen offen. Es war Sommer, die kalte Abendluft strömte herein. Die Frau begann, sich zu bewegen, die ersten Wellen im Stehen zu veratmen. Ich erinnerte sie ans Trinken, beobachtete still, war präsent. Beobachtend ohne viel Zutun um die Physiologie der Geburt nicht zu stören. Wenig Worte. Keine Fragen.
Diese frühe kontinuierliche Begleitung ist eine der großen Stärken der Doula-Arbeit: Da sein, ohne Wechsel, ohne Schicht, ohne Unterbrechung, ohne Störfaktoren.
Wenn medizinische Kompetenz auf emotionale Kontinuität trifft
Als die Wellen intensiver wurden und sich im Drei-Minuten-Rhythmus einpendelten, riefen wir die Hausgeburtshebamme dazu.
Mit ihrer Ankunft kam Sicherheit und die medizinische Fachkompetenz in den Raum: Herztöne wurden kontrolliert, der Geburtsverlauf wurde eingeschätzt.
Von diesem Moment an arbeiteten wir Hand in Hand.
Während die Hebamme regelmäßig die Herztöne überprüfte und den physiologischen Verlauf im Blick behielt, blieb ich konstant ihrer Seite. Sprach ihr Mut zu, unterstützte sie körperlich mit Druck am Becken, half ihr durch die Atemphasen und erinnerte sie an ihre Kraft. Wir beide, Hebamme und Doula. bildeten ein unterstützendes Geburtsteam. Ohne Gedanken an Anspruch oder Konkurrenz.
Es gab kein „Entweder-oder“.
Es war ein „Gemeinsam“.
Der Moment des Zweifelns
Gegen 2:30 Uhr erreichte die Intensität ihren Höhepunkt. Sie sprach aus, was viele Frauen in dieser Phase fühlen: Zweifel. Kann ich das aus eigener Kraft schaffen? Der Wunsch nach Erleichterung. Der Gedanke an eine PDA. Sollte es eine Verlegung ins Krankenhaus geben?

Hier zeigt sich besonders, wie wertvoll die Kombination aus Doula und Hebamme ist und eine kontinuierliche 1:1 Betreuung:
Die Hebamme konnte fachlich einschätzen: Mutter und Baby geht es gut.
Ich konnte emotional halten: Du schaffst das. Du bist sicher. Du bist getragen.
Es war Raum für Zweifel ohne dass Panik entstand.
Raum für Schwäche ohne dass Vertrauen verloren ging.
Die Frau traf selbstbestimmt ihre Entscheidung: Sie blieb. Sie stieg in die Dusche. Das warme Wasser verschaffte Linderung. Dann verlief die Geburt in die Endphase. Wasser wurde in die Badewanne gelassen. Der Wunsch nach einer Wassergeburt stand von Anfang an.
Im warmen Wasser begann die letzte Phase. Das Badezimmer war in rotes Licht getaucht. Die Wellen waren intensiv, archaisch, kraftvoll.
Die Hebamme behielt ruhig und konzentriert den Überblick. Bei einer Geburt im Wasser müssen zusätzliche Faktoren beachtet werden.
Ich blieb dicht an der Seite der Gebärenden, unterstützte ihren Atem, sprach ihr Kraft zu, half ihr, im Rhythmus zu bleiben.

Als sie selbst das Köpfchen ertastete und ihre Augen vor Staunen leuchteten, war es ein Moment purer Selbstermächtigung.
Kurz darauf platzte die Fruchtblase fast unmerklich ins Wasser.
Und dann, mit einer kraftvollen Welle, wurde ein zartes Mädchen sanft ins warme Wasser geboren.
Die Hebamme legte der nun Zweifachmama das Baby direkt auf die Brust. Nach einem Wechsel auf das Sofa wurde auch die Plazenta unkompliziert geboren. Ein ganz besonderer Moment, den ich dann als Doula erleben durfte, war das Durchtrennen der Nabelschnur.
Zwei Begleiterinnen.
Ein Team.
Die Frau im Mittelpunkt
Warum Doula und Hebamme kein Widerspruch sind

Diese Geburt hat einmal mehr gezeigt:
Eine Hebamme bringt medizinische Kompetenz, Erfahrung und Sicherheit.
Eine Doula bringt kontinuierliche Präsenz, emotionale Stabilität und Raumhalten.
Gemeinsam entsteht ein Netz aus Sicherheit und Vertrauen, welches die Frau bsonders in intensiven Momenten stärkt, so dass sie sich unbekümmert fallen lassen kann.
Es geht nicht darum, Aufgaben zu konkurrieren. Es geht darum, die Frau in ihrer Kraft zu halten.
Die Frau hat ihre zweite Hausgeburt selbstbestimmt, kraftvoll und getragen erlebt. Und genau so darf Geburt sein.
Willkommen auf dieser Welt, Baby R.L. Was für ein toller Start ins Leben, was für wundervoller Anfang als Zweifachmama.
Du wünschst dir eine vertraute Begleitung während deiner Schwangerschaft und Geburt?
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