Warum eine Doula keine Hebamme ersetzt – und warum beides so wichtig ist
- Doula Malaika

- 8. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Feb.
Wenn ich erzähle, dass ich als Doula arbeite, werde ich oft gefragt, ob ich Hebamme bin.
Meine Antwort ist klar: Nein.
Und genau diese Unterscheidung ist wichtig, für werdende Eltern genauso wie für Fachpersonen.
Denn Hebamme und Doula sind zwei unterschiedliche Berufe mit unterschiedlichen Aufgaben, Verantwortungen und Schwerpunkten. Sie sind nicht austauschbar, denn im besten Fall ergänzen sie sich.

Die Hebamme: medizinische Sicherheit und Fachkompetenz
Eine Hebamme ist medizinisch ausgebildetes Fachpersonal.
Sie trägt die medizinische Verantwortung während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Sie überwacht den Gesundheitszustand von Mutter und Kind, erkennt Risiken, begleitet den Geburtsverlauf fachlich und handelt bei Bedarf medizinisch.
Kurz gesagt: Die Hebamme ist die Go-to-Person für eine sichere Geburt und medizinische Geburtsbegleitung.
Die Doula: emotionale Sicherheit, Kontinuität und Präsenz
Als Doula arbeite ich nicht medizinisch. Ich ersetze keine Hebamme und treffe keine medizinischen Entscheidungen. Meine Rolle liegt auf einer anderen Ebene: emotionale Begleitung, Halt, Orientierung, Präsenz und Kontinuität. Ich bin deine vertraute Person in Schwangerschaft und Geburt.
Jemand, bei dem du dich wohlfühlst, dem du vertraust und der die ganze Zeit in deiner Welt bleibt.
Du kannst mich rufen, wenn du spürst: Es geht los. Ich komme zu dir, schaffe Ruhe, Struktur und Pausen.
Wir können gemeinsam in die Klinik fahren und ab diesem Moment bin ich eins zu eins an deiner Seite.
Es gibt keinen Schichtwechsel. Kein neues Gesicht mitten in einem intensiven Moment.
Ich bleibe. Die ganze Zeit.

Gerade in der Klinik, vor allem, wenn du keine Beleghebamme hast kann diese Kontinuität ein enormer Anker sein. Auch wenn Klinikhebammen natürlich ebenfalls emotional unterstützen, bestärken und Hände halten: Du entscheidest dich bewusst für eine Doula, die du schon vor der Geburt kennengelernt hast und die Teil deines Geburtsteams ist.
Vorbereitung beginnt schon in der Schwangerschaft
Doula-Begleitung startet nicht erst bei der Geburt. Wir gehen alle offenen Fragen nd Themen Schritt für Schritt durch. Zusammen mit deiner Partner:in, wenn gewünscht.

Wir bereiten uns gemeinsam vor:
Wir sprechen über deine Geburtswünsche
sprechen über Ängste, Erfahrungen oder mögliche Traumata
erstellen einen Plan B
wählen Musik, Rituale und alles, was dir Sicherheit gibt aus
bereiten deine Partnerin/deinen Partner auf ihre Rolle vor
klären Fragen zu Klinikabläufen, Entscheidungen und Optionen
und alles was du sonst noch brauchst
So weißt du schon vor der Geburt: Da ist jemand, der mich kennt.
Doula-Begleitung bei Hausgeburten
Bei einer Hausgeburt ist meine Rolle oft leiser – aber nicht weniger wichtig.
Da du deine Hebamme meist schon gut kennst und Interventionen seltener sind, geht es vor allem darum den Raum zu halten:
ein geschütztes Geburtsklima schaffen
präsent sein
dich bestärken
deine Hand halten
Druck am Kreuzbein, eine Fußmassage
einfach da sein
Dieses tiefe Gefühl: Ich bin nicht allein. Ich bin sicher. Jemand passt auf mich auf.
Zusammenarbeit statt Konkurrenz
Im Idealfall arbeiten Hebamme und Doula Hand in Hand – nicht gegeneinander.
Sie haben unterschiedliche Rollen, aber ein gemeinsames Ziel: die bestmögliche Begleitung der gebärenden Frau. Eine Doula nimmt einer Hebamme nichts weg.
Sie ergänzt, mit Zeit, emotionaler Präsenz und Kontinuität. Die gebärende Frau steht immer an erster Stelle. Jedes Kind wird nur ein einziges Mal geboren. Jede Geburt ist einzigartig und kann nicht wiederholt oder rückgängig gemacht werden. Dieses Erlebnis kann entscheidend sein für den Start ins Leben eines Babys. Ob es die erste Geburt ist oder die fünfte oder zehnte: Für diese Frau ist es ihre Geburt. Jetzt.
Einmalig.

Gerade im klinischen Alltag kann sich Routine einschleichen. Doch Routine darf niemals die Haltung bestimmen. Denn für die Frau ist es keine Routine.
Jede Frau bringt ihre eigene Geschichte mit. Vorurteile haben hier keinen Platz.
Was es braucht, sind Respekt, Achtsamkeit und Liebe in der Begleitung.
Denn wie eine Frau ihre Geburt erlebt, kann sie und oft auch ihr weiteres Leben nachhaltig prägen.
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